Drückeberger trifft Korbgeberin

07.03.2016 | GwiRb | 0 Kommentare

Hallo Mario, was bringt dich nach Bad Wildungen?
Nach 20 Jahren im Rollstuhl macht meine Hüfte gerade ein paar größere Probleme. Das hat sich bei der EM in Eger (Anm.: Ende November 2015) das erste Mal richtig bemerkbar gemacht. Deswegen bin ich hier nun seit gut 4 Wochen in Behandlung.

Also ist es keine direkte Sportverletzung?
Nein, allerdings hat es unmittelbare Auswirkungen auf meine sportlichen Ambitionen. Der 13. Platz bei der EM in Ungarn war nicht wirklich das, was ich mir im Vorfeld erhofft hatte.

In einem halben Jahr beginnen die Paralympics in Rio. Wie schätzt du deine Chancen auf eine Teilnahme ein?
Sehr schlecht, leider. Eine Teilnahme ist quasi ausgeschlossen, da ich aus der Reha heraus schlecht an den laufenden Qualifikationen teilnehmen kann. Letztens haben wir es mal mit einer etwas größeren Hantel probiert und das war eher ernüchternd.

Wie schwer ist denn so eine „etwas größere Hantel“ für einen Mann deines Kalibers?
120 Kilogramm. Also schon eher ein Gewicht zum Aufwärmen, aber die Spastik in der Hüfte lässt einfach nicht mehr zu. Die Verletzungen aus den vergangenen Jahren, z.B. am Ellbogen, haben natürlich auch ihre Spuren hinterlassen. Ich bin ja nicht ganz ohne Grund in eine leichtere Gewichtsklasse gewechselt.

Du trägst ein T-Shirt der Paralympics in London 2012. Du bist da ja eigentlich Dauergast.
Es ist schon sehr schade, dass es dieses Jahr zu 99,9% nicht klappen wird. Seit Sydney 2000 war ich immer dabei und die Atmosphäre war immer etwas ganz besonderes. Aber Tokio ist ja schon 2020.

Nach Karriereende klingt das nicht?
Überhaupt nicht. Gewichtheben war schon immer Teil meines Lebens und solange ich leistungsfähig bin, will ich auch das Maximum aus mir herausholen. Ich arbeite hier in der Klinik jeden Tag an mir, um bald wieder auf mein altes Niveau zu kommen. Außerdem wird hier demnächst auch ein Plakat von mir hängen. Das motiviert mich noch mehr!

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